orderbird

Die jungen Startups reden nicht davon, sie machen es!

Sandra Bartsch-Beuerlein PM-Allgemein 0 Comments

Am letzten Freitag war ich zum Gründerbrunch des IGZ Bamberg eingeladen. Über die Einladung habe ich mich ganz besonders gefreut, weil ich im Rahmen der Vorbereitung der Aktivitäten für die GPM Regionalgruppe Bamberg/Oberfranken gerne mit einigen dafür interessanten Leuten sprechen wollte. An dem Brunch haben Vertreter der IHK Oberfranken, der Wirtschaftsförderung und anderer wichtigen regionalen Institutionen teilgenommen.

Noch vor dem Vortrag konnte ich mit einigen Funktionären über unser Vorhaben sprechen und war ziemlich frustriert, weil keiner die GPM kannte und einige sogar mit dem Begriff Projektmanagement nicht wirklich viel anfangen konnten.

Dann kam der Vortrag.

Ein junger Startup CEO, Jakob Schreyer, ehemaliger Bamberger Schüler, berichtete davon, wie er mit zwei Mitschülern nach Berlin zog und in sechs Jahren ein Unternehmen aufbaute  mit heute 150 Mitarbeitern, ca. 7.000 Kunden weltweit und das nach Meinung der Investoren heute 20 Millionen Euro Wert wäre. Wow!

Das war wirklich beeindruckend. Der Vortag war auch insofern interessant, dass es keine Werbe-Veranstaltung war, sondern der Vortragende locker und offen über die Probleme, Irrtümer und Fehler sprach, die sie so im Laufe der Zeit zu bewältigen hatten. Das Unternehmen heißt Orderbird und stellt ein mehrfach ausgezeichnetes Tablet-Kassensystem für die Gastronomie her. Da waren nicht nur Personal und Marketing-Entscheidungen zu treffen, sondern recht viel Programmier- und Produktentwicklungsarbeit zu leisten. Alles reichhaltige Quellen für Fehler und Fehlentscheidungen, die das Startup anscheinend bravourös gelöst hatte.

In den fast zwei sehr kurzweiligen Vortragsstunden sind kein einziges mal die Begriffe „Projekt“ oder „Projektmanagement“ gefallen. Jakob Schreyer selbst kommt aus der Marketing Branche.  Das hat mich dazu bewogen, ihn nach dem Vortrag anzusprechen und zu fragen, ob für Ihn das Thema Projektmanagement eine Bedeutung hätte. Er hatte mich zuerst ziemlich verdutzt angeschaut und paar Sekunden gar nichts gesagt. Ich habe schon Luft geholt und wollte ihm erklären, was ich damit meinte…  Da legte er los: selbstverständlich hätte das Thema Projektmanagement für seine Firma große Bedeutung, die ganze Entwicklungsarbeit sei in Projekten durchgeführt, alle Entwickler wären in Scrum ausgebildet, sie seien gerade dabei, die Projektabläufe zu digitalisieren…  Und wenn seine kleine Tochter nicht nach ihm verlangt hätte, hätte er wohl noch länger erzählt.  Mit einem das-war-aber-eine doofe-Frage Blick ist er gegangen. Und ich war sehr froh. Die jungen Startups machen es!

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